«Besser als ödes Training»

24.07.2009 13:07 von Roger Häni, St. Galler Tagblatt

Bobpilot Ivo Rüegg lernte diese Woche mit seinem Team die Vorzüge Amriswils kennen. An den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver will er mit einem Amriswiler um Medaillen kämpfen.

Amriswil. Kost und Logis im «Hirschen», Sprünge und Sprints im Tellenfeld, Massagen bei Max Hermann in der «Wohlfühlpraxis», daneben gleich das Fitnesscenter. «Das ist eine perfekte Konstellation», schwärmt Ivo Rüegg von der Infrastruktur der Stadt Amriswil. Während der mitgereiste Trainer Alexis Papastergios das Bobteam auf den Sportanlagen schlaucht, ist der Amriswiler Physiotherapeut Max Hermann für das Wohlbefinden der Athleten zuständig. «Ich habe noch nie einen Physiotherapeuten erlebt, der uns so umfassend betreuen konnte», sagt Rüegg.

Als früherer Spitzensportler wisse Hermann, worum es gehe. Wie in der Vorsaison würde der frühere Amriswiler Nati-A-Volleyballer die Schweizer Bob-Nationalteams gerne auch bei ihren internationalen Einsätzen begleiten. Der Entscheid liegt beim Verband.

Stolz auf Trainingsumfeld
Sicher ist: Der hochsommerliche Abstecher in den Oberthurgau – er dauert zwei Tage und zwei Nächte – gefällt dem Rüegg'schen Bobteam. Der Pilot sieht darin nicht zuletzt einen Motivationsschub für das Team, zu dem neben ihm die Anschieber Cédric Grand, Roman Handschin, Patrick Blöchliger, Thomas Küttner und Dominik Weber gehören. «Wir trainieren häufig in Cédrics Heimat, jetzt sind wir mal in der Gegend, wo Roman her kommt.»

Handschin freut's. «Es ist cool, dass mein Team mal sieht, wo ich wohne. Auch bin ich ein Stück weit stolz auf mein Trainingsumfeld, das ich mir hier aufgebaut habe. » Für die Kollegen hat er ein abendliches Fondue Chinoise in seinem Elternhaus organisiert. Den Sportlern schmeckt's – wie auch in der Gartenwirtschaft des «Hirschen». «Wir kommen wieder», heisst es da zum Abschied.

Ivo Rüegg glaubt, dass das Team einige Wochen vom Amriswil-Aufenthalt zehren kann. «Solches bringt mehr als ödes Training», ist der 38-Jährige überzeugt. Als Pilot muss er auch motivieren können. Die Teamkollegen merkten das vielleicht gar nicht, doch habe er sich diese Fähigkeit in seiner Karriere angeeignet.

«Roman hat seine Chance»
Den zweiten Teil der Verbands-Trainingslager-Woche verbringt das ambitionierte Bobteam in Andermatt, wo Anschiebetraining auf der nagelneuen Schweizer (Sommer-)Trainingsstätte angesagt ist. Nach der erfolgreichen letzten Saison mit dem Zweierbob-Weltmeistertitel (zusammen mit Cédric Grand) gehe es im Hinblick auf die Olympiasaison vor allem um kleine Optimierungen in allen Bereichen, sagt Ivo Rüegg. An den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver/Kanada möchte der gelernte Gipser aus Tuggen, der erst seit diesem Jahr ganz auf den Bobsport setzt, sowohl im kleinen als auch im grossen Schlitten um die Medaillen kämpfen.

Das gleiche gilt für Roman Handschin. Ist er fit, so hat er seinen Platz im Viererbob auf sicher. «Roman ist für mich ein sehr wichtiger Mann im Team, schon seit Jahren», sagt Ivo Rüegg. Er traut dem 26jährigen Amriswiler auch den Sprung in den Olympia-Zweierbob zu. «Von den Werten her ist er ähnlich stark wie Cédric. Roman hat seine Chance, das weiss er. Er wird um sie kämpfen.»


Die Sportwelt ist klein
Nach dem Mittagessen im Gartenrestaurant des «Hirschen» wechselten am Dienstag etliche Autogrammkarten ihre Besitzer. Der Grund lag nicht in einem Fan-Ansturm, sondern in einem unerwarteten Zusammentreffen von Profis verschiedener Sportarten. Zu Rüegg, Handschin und Co. an den Tisch gesellten sich die Fussballer Thomas Weller und Remo Staubli, die auf diese Saison hin von St.allen respektive Zürich zum FC Schaffhausen transferiert wurden und in der Amriswiler Infrastruktur ihre Verletzungen auskurieren. Für Gesprächsstoff war gesorgt. Wenige Tage zuvor hatten die Bob-Cracks am Genfersee Simon Ammann getroffen. (rh)


Erschienen im St. Galler Tagblatt und online unter
http://www.tagblatt.ch/lokales/thurgau/tb-ob/-Besser-als-oedes-Training-;art205,1355189



Die Sportwelt ist klein
Nach dem Mittagessen im Gartenrestaurant des «Hirschen» wechselten am Dienstag etliche Autogrammkarten ihre Besitzer. Der Grund lag nicht in einem Fan-Ansturm, sondern in einem unerwarteten Zusammentreffen von Profis verschiedener Sportarten. Zu Rüegg, Handschin und Co. an den Tisch gesellten sich die Fussballer Thomas Weller und Remo Staubli, die auf diese Saison hin von St.allen respektive Zürich zum FC Schaffhausen transferiert wurden und in der Amriswiler Infrastruktur ihre Verletzungen auskurieren. Für Gesprächsstoff war gesorgt. Wenige Tage zuvor hatten die Bob-Cracks am Genfersee Simon Ammann getroffen. (rh)

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