Vorgeschmack auf Olympia

07.11.2013 21:11 von Stephanie Martina, St. Galler Tagblatt

Internationale Trainingswochen in Sochi

Max Hermann bei seiner Arbeit als Physiotherapeut.
Max Hermann bei seiner Arbeit als Physiotherapeut. (Bild: pd)

Als Physiotherapeut der Schweizer Bob-Nationalmannschaft reiste der Amriswiler Max Hermann nach Sotschi. Dort finden internationale Trainingswochen vor Olympia statt.

«Ich bin nicht die Hauptperson der Geschichte. Ich sorge lediglich im Hintergrund dafür, dass diese möglichst erfolgreich wird», sagt Max Hermann. Als Physiotherapeut des Schweizer Bob-Nationalteams kümmert sich der Amriswiler um die Gesundheit der Hauptpersonen, um jene der Athleten. Diese Woche reiste er mit der Equipe ins russische Sotschi, wo die Geschichte namens Olympia ihren Anfang nimmt.

Vor den Olympischen Winterspielen haben alle Nationen die Möglichkeit, sich mit der Bahn vertrauter zu machen. Zwei Wochen dauern diese internationalen Trainingswochen, und so lange bleibt auch Hermann in Russland. «Wir werden uns anschauen, was die Russen auf die Beine gestellt haben.» In der ersten Woche betreut er die Zweierbob-Fahrer und danach die Viererbob-Piloten. Nach Sotschi geht es für die Fahrer aber erst richtig los. «Dann beginnt die Saison.»

Schwachpunkte beheben
Hermann begleitete das Nationalteam der Bobfahrer in der Vergangenheit zwei Saisons lang und während der laufenden Vorbereitungen. Nun seien die Tests vorüber und die gesundheitlichen Schwachpunkte erkennbar, auch die körperlichen. Dazu zählen zum Beispiel Rückenbeschwerden oder Muskelverletzungen.

Während sich die Fahrer darauf konzentrieren, sich in Sotschi mit dem Eiskanal für die kommenden Olympischen Winterspiele vom 7. bis 23. Februar 2014 vertraut zu machen, besteht Hermanns Herausforderung darin, das Team durch seine physiotherapeutischen Kenntnisse so gut wie möglich zu unterstützen.

Indem er bei jedem Training vor Ort sei, kann er den Sportlern ein Gefühl von Sicherheit vermitteln: «Sie wissen, dass ich sofort zur Stelle bin, falls irgendetwas passiert.» Während der Trainings unterstützt er zugleich den Coach bei den Videoaufzeichnungen und den Analysen. Nach dem Training geht es im Hotel gleich mit Behandlungen weiter. Hermann ist aber für die Athleten weit mehr als Co-Trainer und Physiotherapeut, der sich um die körperlichen Beschwerden kümmert.

Auch mit ihren seelischen Leiden wenden sich die Sportler an Hermann. «Bei der Behandlung bin ich mit den Athleten alleine. Das schafft eine gewisse Vertrautheit, und nicht selten erzählen mir die Athleten in solchen Momenten, was ihnen auf dem Herzen liegt.»

Eine Praxis, die ohne ihn läuft
Max Hermann betreibt eine eigene Praxis für Physiotherapie in Amriswil. In der «Wohlfühlpraxis» arbeiten sieben Personen, davon fünf Physiotherapeuten. «Dadurch, dass ich mich auf mein tolles und zuverlässiges Team zu Hause und im Geschäft verlassen kann, ist es mir möglich, das Nationalteam zu begleiten», sagt Hermann. Neben den Bobfahrern zählt er auch andere Sportler zu seinen Kunden. Springreiter, Fussballer und Leichtathleten wenden sich mit ihren Beschwerden ebenfalls an den ehemaligen Volleyball-Profi von Amriswil.

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